Ausmisten mit Kindern

Um ein achtsameres und minimalistischeres Leben zu führen gehört es dazu, regelmäßig auszumisten. Nicht gleich alles auf einmal, aber dann, wenn man bereit dazu ist.

Und wenn es um Spielsachen, Kuscheltiere und Co. geht dann ist es immer sehr hilfreich, die Kinder auch mit einzubeziehen.

Einfach viel zu viel!

Zum Ausmisten-Ritual gehört es natürlich auch dazu, das Kinderzimmer regelmäßig von Dingen zu befreien, die nicht mehr altersgemäß sind bzw. mit denen die Kinder auch nicht mehr spielen. Ich habe gemerkt, je weniger die kleine Maus hat, desto besser spielt sie in ihrem Zimmer und mit ihren Spielsachen.

Man kennt es: der Kleiderschrank ist voller Kleidung, aber man hat nichts zum Anziehen. Und so geht es auch den Kindern. Das Spielzimmer ist vollgestopft mit Sachen, aber sie wissen nicht, was sie spielen sollen. Und das ist der Punkt. Das ist nämlich pure Überforderung und Reizüberflutung.

Die Realität

Es gab einen Punkt in unserem Leben, da durfte sich die Maus bei jedem Einkauf etwas kleines aussuchen. Eines Tages schmiss sie einfach irgendwas rein, was sie sich nichtmal mehr vorher angesehen hat. Und das war echt schockierend für uns. Ihr Zimmer war voll und voller, jede Schublade war voll mit Figuren, Kuscheltieren und vor allem viel Kleinzeug aus Ü-Eiern usw. Es war der Wahnsinn! Bei jedem Verwandten-Besuch bekam sie Sachen geschenkt, von uns zwischendurch auch. Wir kauften und kauften. Doch das ist überhaupt nicht gut!

Einmal kam sie zu uns uns sagte, dass sie nicht weiß was sie spielen soll. Sie hat so viel im Zimmer und sie kann sich nicht entscheiden. Das tat mir schon total weh, denn sie konnte nichts dafür. Das war unsere Schuld. Die Schuld ihrer Eltern.

Das Ausmisten

Aber wir haben es eingesehen und gingen es an. Als sie im Kindergarten war nahmen wir alle Dinge aus ihrem Zimmer von denen wir dachten, dass sie es nicht mehr mag oder aus denen sie herausgewachsen war.

Als sie dann wieder kam bemerkte sie schon eine kleine Veränderung. Aber das traurige ist: sie vermisst bis jetzt keines der Dinge, die wir weggetan haben.

So ging es noch ein paar Mal weiter bis wir an dem Punkt waren, dass sie wieder alles bespielte. Es kamen natürlich immer wieder neue Dinge dazu. Aber wir selber kauften nichts mehr für sie. Alles neue bekam sie geschenkt. Und das reichte schon.

Die Kinder beim Ausmisten mit einbeziehen

Schon zweimal haben wir es jetzt so gemacht, dass wir die kleine Maus beim Ausmisten mit einbeziehen. Erst sucht sie alleine alles raus, was sie nicht mehr möchte und dann gehen wir alles zusammen nochmal durch. Dabei helfen einige Tricks, die es für die Kinder auch nicht so schwer machen.

Aber bis wir zu dem Punkt gelangt sind, dass sie ihre alten Sachen gegen ihre neuen eintauscht, haben wir noch ein bisschen was zu tun. Es geht auf jeden Fall noch mehr. Denn je mehr man sich damit beschäftigt, desto mehr erscheinen einem die Dinge, die unnütz sind. Klingt vielleicht komisch, aber so ist es tatsächlich.

Wir wollen es für sie auf jeden Fall leicht und Schritt für Schritt machen und nicht radikal gleich alles weggeben. Das ist auch nicht unser Ziel. Unser Ziel ist, dass sie ihre Spielsachen kennt und weiß, wo sie sind. Und dass sie lernt, sich auch davon zu trennen, wenn es ihr nicht mehr gefällt oder sie rausgewachsen ist.

Für uns alle auf jeden Fall ein langer Lernprozess, aber wir bleiben dran und geben uns Zeit dafür.

Wie ist es bei Euch? Habt Ihr auch so viele Spielsachen? Mistet Ihr regelmäßig aus? Oder habt Ihr Tipps und Tricks, wie man das Thema am besten angeht?

Ich freue mich über Eure Kommentare!

4 Kommentare zu „Ausmisten mit Kindern

  1. Das kommt mir sehr bekannt vor! Irgendwann habe ich das auch gemacht, wir haben immer so viel Gedöns geschenkt bekommen, das nur sinnlos in der Ecke lag. Sie haben beide November/Dezember Geburtstag, jeder will was schenken, da kamen dann oft so sinnfreie Geschenke bei raus. Mittlerweile gibt es nur noch Gesellschaftsspiele/Puzzles, Bücher, Malsachen, Puppenspielzeug und Playmobil. Und davon gibt es in der Tat nie genug, sodass es auch mit dem Schenken „sinnvoller“ geworden ist. Das lässt sich alles immer wieder neu verwenden und ins Spiel einbauen und es gibt mittlerweile kaum noch etwas, das ich wegschmeißen würde. Und wenn doch, sehen die Kinder das anders. 😀
    Liebe Grüße und danke für den Einblick. 🙂

    1. Danke für Deinen tollen Kommentar! Ja genau, das mit dem Gedöns kenne ich auch. Es sammelt sich doch ganz schön was an. Bei uns ist es auch besser geworden, seit es keine „Überraschungs-Geschenke“ mehr gibt. Wir klären vorher immer ab, wer was schenkt und dann wird auch nur sinnvolles geschenkt.
      Alles Liebe Euch!

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