Träume verwirklichen

Träume sind Schäume. Diesen Spruch kenne ich seit meiner Kindheit? Warum? Weil mir das immer meine Eltern, Lehrer und Verwandten gesagt haben.

Doch dass Träume dazu da sind, verwirklicht zu werden, musste ich mir erst selber beibringen.

Als Kind hat man viele Träume. Vor allem von seiner Zukunft. Ich wollte Archäologin, Künstlerin und noch vieles mehr werden. Und immer hat es sich geändert. Was ja auch klar ist, denn je älter man wird verändert sich auch dadurch die ganze Weltanschauung. Wir sind nicht im Kindesalter stehen geblieben, sondern haben uns stetig weiterentwickelt.

Als ich größer wurde musste ich mich während meiner Schulzeit schon fragen, welche Ausbildung ich machen möchte. Ich entschied mich für die Ausbildung zur Kauffrau für Bürokommunikation. Nicht sehr aufregend. Und auch nicht mein Traumjob. Aber das, was ich wirklich machen wollte, konnte ich nicht machen. Erstens, weil ich dafür die falsche Schule besuchte und zweitens, weil es solch eine Ausbildung garnicht in meiner Umgebung gab. Also machte ich diese Ausbildung, nur damit andere glücklich waren und ich einen „normalen“ Weg ins Arbeitsleben antrat. Doch war ich selber glücklich damit? Nein. Nie.

Leidenschaft.

Viele Jahre habe ich als Sekretärin in verschiedenen Firmen gearbeitet. Habe mehrere Weiterbildungen gemacht, die letztendlich doch nicht zu mehr Gehalt geführt haben und mich nur noch mehr in meinem Privatleben eingenommen haben. Und ich habe immer mehr das vernachlässigt, was ich wirklich gerne mache. Ich habe das Malen komplett aufgegeben.

Als ich dann mit unserer Maus schwanger war, kam meine Leidenschaft Stück für Stück wieder. Doch nach der Geburt hatte ich mit der Maus viel zu tun und musste auch wieder arbeiten. Da geriet mein Hobby wieder in den Hintergrund.

Aber seit einigen Monaten und je größer unsere Tochter wird rückte meine Leidenschaft wieder mehr und mehr in den Vordergrund. Ich schenke ihr wieder mehr Aufmerksamkeit und ziehe mich zurück, um ein bisschen zu malen. Mittlerweile male ich auch zusammen mit unserer Tochter total gerne.

Mehr Zeit.

Mein Mann und ich arbeiten gerade daran, uns immer mehr gemeinsame Zeit freizuschaufeln. Da wir selbständig sind können wir uns das sehr gut einteilen. Klar haben wir dann weniger Geld, aber Zeit ist uns einfach viel wichtiger. Und so kam es, dass ich mir vor ein paar Tagen einfach ein neues iPad und einen iPencil gekauft habe. Und damit kann ich nun endlich meinen lange gehegten Kindheitstraum erfüllen: ich werde Künstlerin.

Geschafft!

Natürlich habe ich keine Ausbildung und kein Studium dazu. Diese Möglichkeiten gab es früher für mich nicht. Auch fehlt mir die Erfahrung und das Können, da ich jahrelang nicht gemalt habe. Und trotzdem werde ich damit anfangen. Ich bin noch ganz am Anfang, aber als ich dann die beiden Gegenstände in den Händen hielt, durchflutete mich eine riesige Freude! Ich strahlte wie ein Kind, das Schokolade bekommt!

Endlich nach so vielen Jahre habe ich es geschafft, meiner Leidenschaft nachzugehen. Und zwar so richtig! Lange habe ich gebraucht, dorthin zu kommen. Und endlich bin ich angekommen und kann meiner Kreativität freien Lauf lassen.

Manchmal frage ich mich, warum ich damit nicht viel früher angefangen habe. Aber es ging einfach nicht. Die äußeren Umstände haben es nicht zugelassen und ich musste mich erstmal selbst finden. Ich musste selbst für mich herausfinden, was mir Freude bereitet, was ich will und wer ich sein will. Und das habe ich nun endlich geschafft. Auch, wenn das alles erstmal nur für mich ist und ich damit kein Geld verdiene. Ich habe endlich angefangen. Und das macht mich total glücklich!

Wer weiß, vielleicht ist dieser Traum auch nicht meine Erfüllung. Dann suche ich mir eben einen neuen Traum. Aber ohne es herauszufinden, ohne dafür zu arbeiten und zu kämpfen wäre es immer ein Traum gewesen und ich hätte nie gewusst, ob es gut für mich gewesen wäre.

Welche Träume hast Du? Arbeitest Du schon daran? Und hattest Du Träume, die vielleicht doch nicht so toll waren, wie Du gedacht hast?

Ich freue mich über Eure Erfahrungen!

6 Kommentare zu „Träume verwirklichen

  1. Genau so geht es mir mit dem Schreiben. Immer gewusst, dass ich es tun will, aber nie den Mut und die Muße gehabt daraus etwas zu tun. Mit den Kindern kam es wieder und durch die Pandemie und den fehlenden Job dann auch die Zeit und Motivation es vielleicht auf anderem Wege zu versuchen. Der Weg ist weit, doch die ersten Schritte sind gegangen. Umkehren ist jetzt nicht mehr und entweder die Reise wird so wie ich sie mir erträumt habe oder so ist ganz schnell vorbei. Aber dann habe ich es wenigstens probiert.
    Ich drücke dir ganz doll die Daumen, dass dein Traum so erfüllend ist, wie du es dir vorstellst. ❤️

  2. Ich würde gerne ein Kinderbuch schreiben (also mindestens eines); aber noch habe ich genug Ausreden mir selbst gegenüber …

    Liebe Grüße von Annika

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