DAS solltest Du niemals tun, wenn Du minimalistisch leben möchtest

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Der Start in ein minimalistisches Leben kann schwierig sein. Umso wichtiger ist es, dass Du Dir diesen Weg so einfach wie möglich gestaltest. Deswegen zeige Dir, was Du niemals tun solltest, wenn Du ohne Überforderung minimalistisch leben möchtest.

Du bist total euphorisch und möchtest unbedingt minimalistisch leben und sofort mit Ausmisten anfangen? Das kann ich sehr gut verstehen, denn der Minimalismus verspricht ein ruhiges, ausgeglichenes, aufgeräumtes Leben, das man so schnell wie möglich erreichen möchte. Doch genau das ist der Punkt, bei dem Du besonders aufpassen musst, um Dich selber nicht zu überfordern.

Es gibt sehr viele Bücher, Podcasts, Videos und Blogs zum Thema Minimalismus und wie man damit am besten anfangen kann. Es ist toll, wenn Du Dich so viel wie möglich über das Thema informierst. So findest Du heraus, ob Du das wirklich machen möchtest und wie Du das für Dich am besten umsetzen kannst. Doch es kann passieren, dass Du so viele Tipps wie möglich am besten alle auf einmal umsetzen möchtest – und dann bist Du überfordert. 

Mir selber ist das anfangs passiert. Ich war total euphorisch und wollte gleich am Anfang alles auf einmal umsetzen: Kleidung ausmisten, Sachen spenden, umräumen, upcyceln, Keller ausmisten, Sachen verkaufen, usw. Doch ich habe sehr schnell gemerkt, dass mir das alles auf einmal zuviel wurde. Von heute auf morgen hatte ich keine Lust mehr, etwas auszumisten. Oder etwas zu verkaufen. Ich habe eine Zeit lang alles vor mir hergeschoben. Weil ich mir einfach zu viel zugemutet habe. Mit Hilfe von meinem Mann habe ich dann langsam wieder weitergemacht – in meinem eigenen Tempo. Und seitdem bin ich glücklich dabei!

Es wäre sehr schade, dass Du so ein tolles Vorhaben wie den Minimalismus nicht mehr machen möchtest, weil es für Dich zu viel oder zu anstrengend wird. 

Deswegen möchte ich Dir heute zeigen, was Du unbedingt vermeiden solltest, wenn du mit dem Minimalismus anfangen möchtest. 

Die Tipps sind für alle, die mit dem Minimalismus anfangen möchten und auch für alle, die gemerkt haben, dass sie bereits überfordert sind. Ich hoffe, die Tipps können Dich motivieren, wieder weiterzumachen und auch anzufangen.

Groß anfangen

Das ist mit der wichtigste Punkt beim Start in den Minimalismus, den Du unbedingt vermeiden solltest. Wenn Du anfangs mit den Räumen mit den meisten Gegenständen anfängst ist es vorprogrammiert, dass Du Dich damit schnell überforderst. Ich verstehe es zu gut, dass Du gleich den größten und schwierigsten Raum ausmisten möchtest – denn Du bist voller Energie und Tatendrang und möchtest auch gleich große Erfolge sehen. Doch mein Tipp ist, dass Du genau solche Räume erst ganz zum Schluss angehen solltest.

Am Anfang weißt Du noch garnicht, ob der Minimalismus überhaupt etwas für Dich ist. Das Ausmisten ist neu für Dich und Du weißt auch noch nicht, welche Technik für Dich am besten funktioniert. Deswegen ist es wichtig, dass Du erstmal ganz klein anfängst. Fange mit Deiner Handtasche, Deiner Jackentasche oder Deinem Geldbeutel an. Dann mache an einem Tag nur eine Schublade. So merkst Du schnell, ob Dir das Ausmisten Freude bereitet oder Du eher Schwierigkeiten damit hast. 

Teste anfangs auch verschiedene Ausmist-Techniken zB an kleinen Kisten, einzelnen Schubladen oder an Deinem Schreibtisch. So findest Du auch für Dich heraus, welche Technik Dir am besten gefällt.

Also: Fange so klein wie möglich an und taste Dich Schritt für Schritt an die größeren Räume und Bereiche heran.

Alles auf einmal

Wenn Du Dich schon über den Minimalismus informiert hast weißt Du, dass nicht nur das Ausmisten dazu gehört. Es gehört auch dazu, sich von belastenden Beziehungen und Aufgaben zu trennen, dass Du bewusst und nachhaltig einkaufst und dass Du auf Deine Umwelt und die Natur achtest. Das alles hört sich super schön an und Du willst das gerne alles auf einmal machen. Aber genau das kann Dich auch sehr schnell überfordern. 

So wie beim Ausmisten ist es wichtig, dass Du mit dem einfachsten und kleinsten Bereich anfängst. Konzentriere Dich genau auf den Bereich, den Du Dir für den Anfang ausgesucht hast. Wenn Du Dir zB vorgenommen hast, erstmal bewusster einzukaufen, zB mit einer Einkaufsliste, dann konzentriere Dich darauf. Mache das ein paar Wochen lang, bis Du Dich daran gewöhnt hast, bevor Du den nächsten Schritt angehst und zB mehr auf nachhaltige und regionale Produkte achtest. Alle Schritte auf einmal kannst und sollst Du nicht umsetzen – auch wenn es zu verlockend ist.

Also: Taste Dich Schritt für Schritt in Dein minimalistischeres Leben heran und konzentriere Dich immer nur auf einen einzigen Bereich, bis Du Dich daran gewöhnt hast.

So schnell wie möglich

Die Vorteile von einem minimalistischen Leben sind einfach wundervoll: Du hast mehr Zeit, weil Du Dich um weniger Dinge kümmern musst, Du hast mehr Geld, weil Du weniger kaufst und Du hast mehr Zufriedenheit, weil Du endlich das machen kannst, was Du möchtest. Wer will das alles nicht so schnell wie möglich erreichen?

Aber genau das ist der Punkt: Wenn Du versuchst, Deine Ziele so schnell wie möglich zu erreichen, dann kannst Du Dich auch sehr schnell überfordern. Und dann kann es passieren, dass Du Deine Ziele sehr langsam oder auch garnicht erreichst, weil Du dann einfach nicht weitermachen möchtest.

Ich vergleiche das gerne so: Der Minimalismus ist keine Diät, sondern eine Ernährungsumstellung. Das heißt, dass Du nicht schnell und kurzfristig minimalistisch leben kannst (wie eine Diät), sondern dass diese Lebenseinstellung eine lange Zeit und viel Arbeit bedeutet (wie eine Ernährungsumstellung). 

Eine minimalistisch Lebensweise geht nicht von heute auf morgen. Minimalismus ist ein Weg und nicht das Ziel. Auf diesem Weg gibt es Höhen und Tiefen und Hindernisse. Und er hört nie auf. Denn er geht nur weiter, wenn Du auch den Weg weiter gehst. Er wird aber Schritt für Schritt immer leichter.

Also: Gebe Dir so viel Zeit wie möglich. Du musst nicht schnell minimalistisch sein. Mache langsam, überfordere Dich nicht und freue Dich über jeden kleinen Schritt, den du gemeistert hast.

Ganz alleine machen

Wenn Du mit dem Minimalismus starten möchtest, dann machst Du das wahrscheinlich in erster Linie für Dich alleine. Du willst Deinen Alltag endschleunigen und wieder Zeit für die Wichtigen Dinge im Leben haben. Vielleicht denkst Du dabei, dass Dich andere Menschen mit Deiner Entscheidung nicht ernst nehmen oder Dir sagen, dass Du das eh nicht schaffen wirst. Deswegen möchtest Du diesen Weg auch erstmal alleine gehen. Doch genau das solltest Du nicht machen!

Rede mit Deinen Liebsten über Deine Entscheidung und Dein Vorhaben. Vor allem mit den Menschen, mit denen Du zusammenlebst. Dann können sie Dich auch am besten dabei unterstützen, damit es Dir leichter fällt. Erzähle das zB Deiner Freundin, mit der Du immer gerne shoppen warst. Für sie ist es sicher verständlich, wenn Du ihr andere Aktivitäten vorschlägst oder mit ihr zum Shoppen mitkommst, Du aber nur das kaufst, was Du brauchst. Oder erzähle Deinem Partner/Deinen Kindern von Deiner Entscheidung. Vielleicht möchten sie Dir beim Ausmisten gerne helfen.

Ganz alleine brauchst Du den Minimalismus-Weg nicht gehen. Wenn Deine Liebsten wissen und akzeptieren, dass es Dir wichtig ist, wird es Dir umso leichter fallen. Es kann natürlich vorkommen, dass ein paar Deiner engsten Freunde oder Familie Deine neue Lebenseinstellung nicht für gut heißen oder Dich nicht verstehen. Dann spreche mit ihnen darüber und zeige auf, warum Du das machen möchtest. Dabei musst Du niemanden umstimmen, das auch so zu machen, aber so kannst Du Dich erklären.

Also: Erzähle den wichtigsten Menschen in Deinem Leben von Deinem neuen Lebensweg. Viele werden Dich sicher dabei unterstützen wollen.

Alles perfekt machen

Man sieht es oft: die perfekten Minimalisten, bei denen schon alles so läuft, wie man es sich vorstellt. Sie haben das perfekte minimalisitische Zuhause, sie kaufen nachhaltig und regional ein, haben viel Zeit, kochen selber und haben noch viel Zeit für Yoga und Meditation. Das sind auf jeden Fall große Vorbilder. Sie zeigen, dass es möglich ist, sein Leben minimalistisch, nachhaltig und achtsam zu gestalten. Und das ganz ohne Stress. Und da willst Du sicherlich auch hin. 

Vergiss dabei nicht, dass diese Minimalisten richtig viel Zeit und Arbeit aufgewendet haben, um so zu leben, wie sie leben. Du kannst Dir diese Menschen auf jeden Fall als Vorbild nehmen. Aber du brauchst sie nicht kopieren. Bei ihnen scheint für Dich alles perfekt. Aber es kann sein, dass ihre Lebensweise nicht perfekt für Dich ist. Denn Minimalismus ist ganz individuell und jeder interpretiert und praktiziert es so, wie es für ihn am besten passt. Dabei muss man viel ausprobieren. Und es kann dabei passieren, dass es nicht so läuft, wie Du es Dir anfangs vorgestellt hast. Oder eine Zeit lang läuft es richtig gut bei Dir, aber dann kommt einfach das Leben dazwischen. 

Rückfälle, Rückschritte und Fehler sind ganz normal. Ärgere Dich nicht, wenn etwas mal nicht so gut läuft. Du musst nicht perfekt sein – im Gegenteil. Du musst für Dich herausfinden, was Du brauchst und tun musst, um glücklich zu sein. Und das funktioniert nur, wenn Du nicht kopierst, sondern Deinen eigenen, individuellen Weg gehst. 

Also: Versuche nicht krampfhaft, perfekt minimalistisch zu sein. Lasse Fehler, Rückschritte und Rückfälle zu, denn nur so lernst Du daraus. 

Das sind mit die wichtigsten Punkte, die Du beim Start in den Minimalismus unbedingt vermeiden solltest. Wichtig ist bei der ganzen Sache, dass Du Dich nicht überforderst, sondern mit Elan und Spaß bei der Sache bleibst. In Deinem ganz eigenen Tempo.

Schreibe mir doch gerne in die Kommentare, ob Du bereits mit dem Minimalismus angefangen hast und was Dir dabei hilft, Dich weiter zu motivieren.

Hab noch einen wundervollen Tag und bis zum nächsten Mal!

Deine Caro

Video zum Beitrag (Youtube: saltypeanut)

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2 Kommentare zu „DAS solltest Du niemals tun, wenn Du minimalistisch leben möchtest

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